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11.02.2010 - mak
Champions League: Kein Frust in Leipzig

Heine Jensen
Foto: Sebastian Brauner
Normalerweise herrscht nach Niederlagen immer Niedergeschlagenheit und dies oft auch etwas länger. Doch nach dem 20:23 (10:11) gegen den großen Favoriten Larvik HK aus Norwegen dauerte die „Frustphase“ beim HC Leipzig nur relativ kurz an und dies aus gutem Grund. Weitgehend auf Augenhöhe hatte der HCL mit Larvik gespielt, eine kurze Auszeit mit Schwächen im Angriff sollte letztlich den Ausschlag für die Norwegerinnen geben. Trotzdem vermerkte man in Leipzig den nächsten Schritt nach vorne, nun soll in Ljubljana eine weitere Steigerung erfolgen.

„Unsere Abwehr- und Torhüterleistung war wirklich sehr gut und stand der von Larvik nicht nach, doch in der Angriffsleistung haben wir deutliche Reserven, die wir eben an diesem Tag leider nicht aufs Parkett gebracht haben“, stellte Trainer Heine Jensen im Nachgang fest. Sein Kollege Karl-Erik Bøhn freute sich derweil über den hart erkämpften Sieg: „Der Sieg war extrem wichtig“, sagte der norwegische Coach der Internetpräsenz der Champions League. „Ich glaube nicht, dass viele Mannschaften in Leipzig gewinnen können“, zollte Bøhn dem deutsche Meister Respekt.

Beide Trainer sahen noch Steigerungspotential bei ihren Teams. „Unser klares Ziel ist es, die Abwehrleistung vom Sonntag mit einer deutlich besseren Angriffsleistung in Ljubljana zu kombinieren und vielleicht gelingt uns dann ja die Überraschung. Wenn wir dazu genauso grandios kämpfen wie gegen Larvik, dann haben wir eine Chance,“ schaute Trainer Heine Jensen einen Tag nach dem großen Kampf seiner Mannschaft bereits voraus zum nächsten Spiel in Slowenien. Kollege Karl-Erik Bøhn ergänzte: „Das Spiel war nicht gerade gut, aber unsere Deckung stand gut und Lene Rantala hat grandios gehalten.“

Der Trainer des norwegischen Meisters zollte auch der Kampfkraft und Willensstärke der Leipzigerinnen Respekt: „Normalerweise bringen wir ein Spiel immer sicher nach Hause, wenn wir mit vier Toren in Halbzeit zwei führen. Ich habe es diese Saison noch nicht erlebt, dass eine Mannschaft dann nochmal zurückgekommen ist. Leipzig gelang das im Spielverlauf sogar drei Mal, das ist ganz stark,“ sagte Larvik-Coach Karl-Erik Bøhn. Zimperlich gingen die Norwegerinnen in der Abwehr nicht zu Werke, was die HCL-Spielerinnen im Angriff deutlich zu spüren bekamen. Die Trikots wurden immer wieder auf ihre Reißfestigkeit hin getestet. HCL-Manager Kay-Sven Hähner: „Das war schon grenzwertig, vor allem wie sie Susann Müller bearbeitet haben. In der Bundesliga hätten wir da sicher fast das ganze Spiel in Überzahl gespielt. Aber so geht es auf diesem Niveau zur Sache, da muss man sich anpassen und das werden wir mit Sicherheit auch machen müssen.“

Während Leipzig nach Ljubljana reisen muss, tritt Larvik zuhause gegen Ungarns Meister Györ an. Bislang waren – zumindest in der ersten Runde der Gruppenspiele der Hauptrunde – Heimvorteile eher Handicap für die Gastgeberinnen. Es habe ihn nicht sonderlich überrascht, dass drei von vier Spielen am ersten Hauptrundenspieltag mit Auswärtssiegen endeten, meinte Bøhn: „Vielleicht war unser Sieg in Deutschland eine Überraschung, aber wenn man auf die einzelnen Spiele schaut, ist das nicht sonderlich erstaunlich. Ich wundere mich nicht, das Valcea gegen Hypo, das derzeit limitierte Möglichkeiten hat, gewinnen konnte und auch der Sieg von Viborg in Wolgograd hat mich nicht überrascht.“

Beim HCL soll nun in Ljubljana der nächste Schritt folgen, die Schwächephase nach Wiederanpfiff, die letztlich zur Niederlage geführt hat, soll sich nicht wiederholen. „Diese zehn Minuten waren entscheidend“, hatte Heine Jensen nachher analysiert. Besser angreifen, fordert der Coach nun von seinem Team. „Wenn man eine Mannschaft wie Larvik schlagen will, dann muss man einhundert Prozent über sechzig Minuten geben,“ sagte Hähner auf ehfcl.com, „aber wir haben uns im Vergleich zur letzten Saison klar verbessert, als wir zuhause noch mit einem viel klareren Ergebnis verloren haben.“

Urne fällt aus

Ärgerlich fällt dabei für den deutschen Meister ins Gewicht, dass norwegische Nationalspielerin Renate Urne (27) die Reise zum Champions League Spiel nach Slowenien nicht antreten kann. Sie zog sich im Training bei einem Zusammenprall eine schwere Gehirnerschütterung sowie eine Risswunde an der Zunge zu und fällt somit für das Spiel am Samstag RK Krim Mercator Ljubljana aus. Trainer Heine Jensen war entsprechend bedient: „Das ist wirklich sehr schade, weil sie vor allem in unserer Defensive eine sehr wichtige Rolle spielt. Wir haben nun nur eine Trainingseinheit Zeit andere Varianten zu trainieren, aber damit müssen wir leben. Nun müssen alle anderen eben noch enger zusammenrücken und eine Schippe drauf legen, um den Ausfall zu kompensieren.“ Wie lange Renate Urne ausfallen wird, steht noch nicht fest.
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